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Niederländer wirft 1,5 Millionen in die Nordsee

Niederländer wirft 1,5 Millionen in die Nordsee

Was sich im ersten Moment vielleicht unterhaltsam anhören mag, ist jetzt schon eine wahnsinnige Story. Und es beeindrucket was Boyan dank seiner Überzeugung und seinem Willen auf die Beine gestellt hat! Alles fing eigentlich so idyllisch an. Es war Sommer. Boyan Slat war noch ein Teenager. Auf der griechischen Insel Lesbos wollte er ein bisschen Tauchen. Aber durch seine Taucherbrille sah Slat keine bunten Fische oder schimmernde Korallenriffe. Vielmehr holte ihn die Realität ein. Boyan Slat schnorchelte durch ein Meer von Plastik. Der Sommerurlaub brachte ihm seine Berufung. Mit 17 Jahren fasste Boyan Slat die Entscheidung, die Welt zu verändern.

Kern des Problems ist: Unserer Weltmeere sind voll von Plastikmüll. Naturschützer und Wissenschaftler wissen das schon lange. Jeder Tourist sieht es an den Stränden im Urlaub. Viele sammeln mal ein oder zwei Plastiktüten ein. Aber warum tut man das nicht einfach in großer Mission? Den Plastikmüll einfach aus dem Meer fischen? Viel zu teuer, sagen Experten.

ocean cleanup the men himself

Boyan Slat bekämpft dank Millionen-Spendengeldern den Plastikmüll der Meere

Heute ist Boyan Slat 21 Jahre alt und anders als die meisten seiner Altersgenossen hat Slat nicht nur von Träumen geredet. Er hat sie umgesetzt. Seit letzter Woche schwimmt ein riesiger Prototyp seiner Erfindung „The Ocean Cleanup“ vor der niederländischen Küste. Ein 100 m langes Konstrukt, dass den Plastikmüll wie eine Art Sieb einfangen soll. Finanziert hat Slat das mit Millionen-Spendengeldern, die er in den letzten Jahren gesammelt hat. Jetzt wird der Prototyp ein Jahr lang getestet.

Die Strömungen sollen den Müll direkt in das System spülen. Slat glaubt, dass so innerhalb von 10 Jahren fast die Hälfte des Mülls im Great Pacific Garbage Patch eingesammelt werden könnte. Das ist ein Müllstrudel, in dem mindestens 100 Millionen Plastikteile zirkulieren sollen, Tendenz steigend.

Ein Jahr lang hat Slat jetzt Zeit zu beweisen, dass seine Erfindung funktioniert. Er selbst wird den Prototypen vor der niederländischen Küste kontrollieren und bei Bedarf reparieren. Nach Ablauf des Jahres soll der Test in Japan wiederholt werden. Geht alles gut, soll ab 2020 ein 100km langer Prototyp anfangen, unsere Weltmeere endlich zu reinigen. Das hofft jedenfalls Slat .

Aber kann das wirklich funktionieren? Bisher haben Boyan Slat und sein Team nur Miniaturversionen des Prototypen getestet. In der bisher größten Testphase geht es jetzt vor allem darum, ob der Prototyp überhaupt dem stürmischen Wetter standhalten kann. Schließlich müsste das System weit draußen im Pazifik überleben. Selbst Boyan Slat ist sich nicht ganz sicher, ob das funktioniert. Er geht davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit bei rund 30% liegt, dass sein Prototyp kaputt geht.

Ocean cleanup

Kämpfen für eine bessere Welt ohne Plastikmüll

Und trotzdem hält er an seiner Mission fest. Denn der Plastikmüll in den Weltmeeren ist erschreckend. Umweltschützer schätzen, dass rund 13.000 Plastikmüllpartikel auf jedem Quadratkilometer der Meeresoberflächen treiben. Dadurch kommen jedes Jahr etwa 100.000 Meereslebewesen ums Leben. Sie vergiften sich oder verheddern im Plastik. Durch Mikropartikel landen viele Plastikteilchen in den Organismen der Lebewesen und können so am Ende auch auf unserem Teller landen.

Vielleicht scheitert Slat mit seinem Projekt. Vielleicht hat er dann Millionengelder in den Sand gesetzt. Aber vielleicht kommt auch alles anders und die Erfindung funktioniert. Vielleicht schafft Slat dann das, wovon andere Menschen nicht einmal zu träumen wagen: Unsere Welt tatsächlich ein bisschen besser zu machen!

Und da wir das gleiche Ziel verfolgen - wenn auch im eher kleineren Stil, ist es für uns selbstverständlich Boyan für seine Mission die Daumen zu drücken. Wir ziehen unseren Hut!

Text von Michelle Fausten

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The Ocean Cleanup, Boyan Slat, Plastikmüll, Prototypen, Plastikmüllpartikel.