Seit 2015 produzieren wir Kleidung aus Holz — weich, atmungsaktiv, bezahlbar. Heute erweitern wir unsere Produktion über Portugal hinaus. Hier erzählen wir, warum.
Seit 2015 haben wir bei wijld einen klaren Anspruch: Nachhaltige Mode soll nicht nur für wenige funktionieren. Sie muss bezahlbar sein — denn nur dann hat sie wirklich eine Wirkung.
Unser Herzstück sind dabei Fasern aus Holz, die zu den nachhaltigsten Textilrohstoffen der Welt gehören. Weich, atmungsaktiv, biologisch abbaubar — und aus einem nachwachsenden Rohstoff gewonnen, der wenig Wasser und keine Pestizide braucht.
Die Welt hat sich seit unserer Gründung verändert. Steigende Energiepreise in Europa machen nachhaltige Produktion dort zunehmend teurer. Vor die Wahl gestellt, entweder die Preise stark zu erhöhen oder Abstriche bei unseren Standards zu machen, haben wir uns für einen dritten Weg entschieden: neue Produktionspartner in der Türkei, China und Bangladesch hinzuzunehmen, die unsere Werte teilen und jahrzehntelange Textilkompetenz haben.
Dabei arbeiten wir ausschließlich mit Partnern, die regelmäßig von unabhängigen Instituten geprüft werden. Unsere Anforderungen: Zertifizierungen nach GOTS, OEKO-TEX und BSCI — für ökologische und soziale Standards, die wir nicht verhandeln.
Wir haben uns das alles genau selbst angeschaut. Weiter unten findet ihr die Fragen, die wir uns dabei gestellt haben — und unsere Antworten.
— Timo
Gründer · wijld
Fragen, die wir uns
selbst gestellt haben.
01Ist Produktion in Asien wirklich nachhaltig?
Viele Betriebe in Asien haben sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt — mit moderner Abwasseraufbereitung, erneuerbaren Energien und hohen Umweltstandards. Bangladesch hat heute mehr LEED-zertifizierte Green Factories als jedes andere Land der Welt.
Wir haben uns das selbst angeschaut, bevor wir die Entscheidung getroffen haben. Das Video oben zeigt, was wir gesehen haben.
02Was steckt wirklich hinter dieser Entscheidung?
Ehrliche Antwort: Steigende Energiepreise in Europa haben die Produktionskosten stark erhöht. Wir standen vor der Wahl — Preise erhöhen oder Qualität senken. Wir wollten keines von beidem.
Partner in der Türkei, China und Bangladesch ermöglichen es uns, unsere Standards zu halten und die Preise stabil zu halten — oder langfristig vielleicht sogar zu senken. Mehr Marge auf Kosten unserer Werte war nie das Ziel.
Wir wollen, dass unsere Lieblingsstücke eine große Wirkung haben — und das geht nur, wenn viele daran teilhaben und sie sich leisten können.
03Wie unabhängig sind eure Zertifizierungen?
GOTS, OEKO-TEX und BSCI sind keine Selbstauskünfte — sie werden von unabhängigen Instituten vergeben und regelmäßig neu geprüft. Kein Betrieb kauft sich diese Zertifikate; er muss sie nachweisen und verteidigen.
Zusätzlich besuchen wir unsere Partner persönlich — so wie wir es in Bangladesch getan haben, und wie wir es regelmäßig bei unseren Partnern anstreben.
04Was bedeutet das für die Qualität meiner wijld-Produkte?
Nichts ändert sich an unseren Qualitätsanforderungen. Jede Lieferung wird vor dem Versand von unabhängigen Prüfinstituten kontrolliert — unabhängig davon, ob sie aus der Türkei, China oder Bangladesch kommt.
Holz bleibt Holz. Die Faser kommt aus denselben zertifizierten Quellen, egal wo das Garn verarbeitet wird. Wir setzen hier nach wie vor auf nachhaltige Forstwirtschaft.
05Wie sieht die Ökobilanz trotz längerer Transportwege aus?
Der größte Hebel für einen niedrigen CO₂-Fußabdruck liegt nicht im Transport, sondern im Material. Lyocell aus Holz verursacht gegenüber konventioneller Baumwolle bis zu 75 % weniger CO₂-Emissionen — das ist der bei weitem wirksamste Beitrag, den wir leisten können.
Der längere Transportweg aus Asien fällt dagegen kaum ins Gewicht: Containerschiffe emittieren pro Tonne und Kilometer rund achtmal weniger CO₂ als LKW. Der Unterschied zwischen Portugal per LKW und Asien per Seefracht entspricht weniger als 0,5 % des gesamten Produktfußabdrucks — weil auch unsere Portugal-Shirts schon immer eine globale Lieferkette hatten: Lyocell aus Österreich, Baumwolle aus Indien.
06Was passiert mit eurer Produktion in Portugal?
Portugal bleibt ein wichtiger Partner für uns — insbesondere für bestimmte Produkte und kleinere Auflagen. Wir bauen nicht ab, wir erweitern.
Unser Ziel war nie, alles an einem Ort zu produzieren, sondern mit den jeweils besten Partnern für das jeweilige Produkt zusammenzuarbeiten.
Drei Zertifikate,
die wir nicht verhandeln.
Global Organic Textile Standard
Ökologische Textilverarbeitung vom Feld bis zum fertigen Kleidungsstück. Unabhängig geprüft, jährlich neu.
Standard 100
Schadstoffgeprüft. Jede Charge wird vor dem Versand kontrolliert — unabhängig vom Produktionsstandort.
Business Social Compliance
Sozialstandards entlang der Lieferkette: faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen, Versammlungsfreiheit.
Der größte Hebel liegt nicht im Transport, sondern im Material.
CO₂-Emissionen von Lyocell aus Holz gegenüber konventioneller Baumwolle — über den gesamten Produktlebenszyklus.
Quelle · Lenzing LCA 2022So viel weniger CO₂ emittieren Containerschiffe pro Tonne und Kilometer im Vergleich zu LKW-Transport.
Quelle · NABU / UBA 2022Anteil des Transports am gesamten Produktfußabdruck — Portugal per LKW vs. Asien per Seefracht.
Quelle · UBA GüterverkehrCO₂ pro Tonnenkilometer
Quelle · UBA 2022 (LKW, Bahn) · NABU / UBA (Seefracht) · UBA (Luftfracht)
Materialwahl schlägt Herkunft
„Wir wollen, dass unsere Lieblingsstücke eine große Wirkung haben — und das geht nur, wenn viele daran teilhaben können."
Gründer wijld · 2026
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